Wenn die Tafel Schokolade statt 99 Cent plötzlich mit 1,29 Euro zu Buche und auf den Magen schlägt, ist es klar: Da hat ein Hersteller (oder Händler) mal wieder an der Preisschraube gedreht.
Doch so einfach ist es oft nicht. Meistens bemerkt man erst nach dem Kauf an der Kasse, dass für mehr Geld weniger in der Einkaufstüte steckt. Und ärgert sich zurecht. Aber wie kann man bereits am Supermarktregal versteckte Preiserhöhungen erkennen?
Stichwort „Shrinkflation“
Eine perfide Masche der Verkäufer ist die sogenannte „Shrinkflation“. Dabei ändert sich scheinbar der Preis des Produktes nicht – oder wird sogar günstiger. Allerdings befindet sich in der Packung weniger Inhalt, der letztendlich eine versteckte Preiserhöhung bedeutet.
Geschickte Verpackungsdesigner machen so aus der 1,5-Liter-Flasche Cola eine 1,25-Liter-Gebinde – in Form und Größe nahezu mit dem Vorgänger identisch.
Und bestimmt kennen Sie Hinweise wie „Füllhöhe technisch bedingt“. Vor allem bei Müsli und anderen trockenen Lebensmitteln eine gern genommene Ausrede, warum der Innenbeutel nur zur Hälfte gefüllt wurde, die Umverpackung jedoch überdimensioniert daherkommt.
Diese optischen Täuschungen sind schwierig zu entlarven. Vor allem, weil in den seltensten Fällen der direkte Vergleich mit einer älteren Verpackung des betroffenen Produkts möglich ist.
So erkennen Sie Shrinkflation und Mogelpackungen:
- Bei Preisvergleichen immer den Grundpreis als Basis nutzen. Dieser muss auf dem Preisschild am Regal angegeben werden und wird oft per 100 g oder 100 ml Produkt berechnet.
- Angaben wie „Füllhöhe technisch bedingt“, „neue Verpackung“ oder typischer Werbesprech wie „feinere Rezeptur für mehr Genuss“ sollten alle Alarmglocken schrillen lassen.
- Seien Sie skeptisch bei „ungewöhnlichen“ Mengenangaben. Die klassische Tafel Schokolade wiegt 100 g (keine 90 g), Reinigungsmittel enthalten normalerweise 500 ml Produkt (keine 400 ml) und Waschmittel 1 l oder 1 kg (keine 750 ml oder 900 g).
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Der Trick mit der „geänderten Rezeptur“
Vor allem bei Lebensmitteln tricksen die Hersteller gerne, indem teurere Zutaten durch billigere ersetzt werden. Süßigkeiten müssen beispielsweise mit weniger Zucker und Kakao auskommen, enthaltn dafür mehr Glukose-Fruktose-Sirup und Aromen.
Wird ein Produkt also mit „neue Rezeptur“ oder „noch mehr Geschmack“ beworben, hilft ein kritischer Blick auf die Zutatenliste, was denn im Vergleich zur vorherigen Generation tatsächlich geändert wurde.
Sie sollten werblichen Hervorhebungen, die sich auf Qualität und Zusammensetzung eines Produkts beziehen, immer mit einer guten Portion Misstrauen begegnen.
Noch mehr Tipps für günstigeres Einkaufen
Schnäppchenjäger brauchen zwar mitunter etwas Geduld, aber es kann sich auszahlen – von Zeit zu Zeit finden sich im Handel auch teure „Marken“produkte um einiges günstiger.
Außerdem lohnt ein Blick auf die Eigenmarken der Supermärkte und Discounter. Zwar sind auch hier Preiserhöhungen möglich, trotzdem liegen diese meist deutlich unter den Pendants großer Marken.
Haltbare Lebensmittel oder Reinigungsprodukte werden oft in Großpackungen angeboten. In vielen Fällen (nicht immer) kann man hier ebenfalls sparen. Aber natürlich sollten Sie die Mengen so wählen, dass diese vor Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums verbraucht sind – denn selbst das günstigste Schnäppchen ist zu teuer, wenn man später die Hälfte davon wegwerfen muss.